Gabriel-Tech / Kraftfahrzeuge

ADAC "EcoTest" 2017: Umwelt-Ranking - Update

Quelle: Auto-Bild

Saubermänner und Dreckschleudern

Neue Modelle im "ADAC EcoTest"! Erkenntnis: Viele moderne Diesel und Benziner sind immer noch viel zu schmutzig. Mit aktuellem NOx-Ranking!

Der ADAC prangert an: Viele Diesel und Benziner überschreiten im verschärften EcoTest die erlaubten Grenzwerte (Stickstoff, Partikel) nach wie vor zum Teil deutlich. Nur zwei von bislang 38 getesteten Diesel seien empfehlenswert: die Mercedes E-Klasse und der BMW 118d. Auch viele Benziner sind laut Umwelttest deutlich zu schmutzig. Der ADAC hatte die Kriterien für Abgastests seit Bekanntwerden des VW-Abgasskandals deutlich verschärft, sodass sie den ab September 2017 geltenden Regularien des WLTC entsprechen. Zudem werden auf dem Prüfstand saubere Autos bei realen Messungen im Straßenbetrieb nochmals überprüft (Bild oben). Seit September 2015 hat der ADAC nach seinen neuesten Regeln mittlerweile 77 Fahrzeuge auf ihre Umweltverträglichkeit gecheckt.

Quelle: http://www.autobild.de/artikel/adac-ecotest-2017-umwelt-ranking-update-6938223.html

ADAC "EcoTest" 2016: Die NOx-Sünder

Größter NOx-Sünder (Stickstoff) ist bislang der Renault Captur, der beim ADAC-Test mit durchschnittlich 725 mg/km das mehr als Neunfache des Erlaubten an Stickoxiden auspustete. Bei den Benzinern ist der Smart fortwo mit einem geradezu grotesken Testwert der traurige Spitzenreiter beim Partikelausstoß. Absolutes Schlusslicht im ADAC-Gesamtranking, das neben den Schadstoffemissionen auch den Verbrauch mit einbezieht, ist der Pick-up Nissan NP300 Navara.

Keine Empfehlung für Plug-in-Hybride

Die vorderen Plätze beim ADAC EcoTest belegen derzeit Elektro- und Hybridfahrzeuge (BMW i3, Toyota Prius 1.8 Hybrid Executive, Nissan Leaf Acenta). Auch das Brennstoffzellenauto Toyota Mirai bekommt die Höchstnote. Fünf Benziner erreichten vier Sterne und sind damit laut ADAC in Sachen Umweltverträglichkeit ebenfalls empfehlenswert: Suzuki Ingnis 1.2, Mitsubishi Space Star 1.2, Citroen C3 Pure Tech 100, VW Up 1.0 TSI und das Mercedes C 200 Cabriolet. Von den drei untersuchten Plug-in-Hybriden erhält dagegen kein Fahrzeug eine Empfehlung. Auch interessant: Nicht immer sind Euro-6-Autos laut ADAC-Test sauberer als ältere Euro-5-Modelle. Das sei vor allem im Hinblick auf die geplante blaue Plakette von Bedeutung, so der Club.

Verbrauch und Abgaswerte: Messverfahren im Vergleich

Alle News und Hintergründe zum VW-Abgasskandal

Wegen Heckmotor-Konstruktion: Smart verpestet Luft

Die Ursache für den enorm hohen Partikelausstoß des Benziner-Smarts sieht der ADAC in der Heckmotor-Bauweise.

Schockierend ist das Messergebnis beim Smart fortwo: Der kleine Stadtflitzer, baugleich mit dem Renault Twingo, bläst nach ADAC-Messung pro Kilometer an die 8x1012 (acht Billionen) Partikel in die Luft. Ursache für diesen extrem schlechten Wert ist laut ADAC die Bauweise mit Heckmotor: "Infolge der erhöhten thermischen Belastung aufgrund schlechterer Kühlung steigt der Ausstoß an Feinstaub beim Smart extrem an und liegt mehr als doppelt so hoch als bei den bisher schlechtesten Benzin-Direkteinspritzern", heißt es in der Erläuterung. Besonders grotesk, so finden die Tester: Lediglich für Benzin-Direkteinspritzer gibt es in Deutschland Grenzwerte, der Smart verpestet die Luft also ganz legal.

Auch einige der seit September 2015 überprüften Benziner lagen laut ADAC-Testergebnis mit ihrem Partikelausstoß zum Teil deutlich über dem Grenzwert, der von September 2017 an gelten wird. Davon sind nicht nur stark motorisierte Benziner wie beispielsweise der Ford Focus RS betroffen, sondern auch beliebte Volumenmodelle wie der VW Tiguan 1.4 TSI oder der Opel Corsa 1.0 Turbo ecoFlex Edition. Bei letzterem wurden zudem erstmals erhöhte Stickoxid-Emissionen festgestellt, was bisher bei Benzinern kein Thema war.

DUH fordert Partikelfilterpflicht für Benziner

NOx: Renault-Modelle beim Stickoxid "auffällig"

Der Renault Captur ist die größte Stickoxid-Schleuder im aktuellen ADAC EcoTest.

Auch in Sachen NOx (Stickoxide) gibt der ADAC keine Entwarnung. Zwar gab es keine so dramatischen Ausreißer wie noch bei früheren Messungen, doch die meisten der 38 getesteten Diesel sowie erstmals auch ein Benziner überschritten den gesetzlichen Grenzwert von 80 mg/km beim verschärften WLTC-Test deutlich. Die Hälfte der Kandidaten erhielt von den ADAC-Experten wegen ihrer hohen Stickoxid-Emissionen keinen einzigen Punkt im Schadstoffkapitel.

ADAC EcoTest 2017: So wird gemessen

Die Messungen auf dem Abgasprüfstand werden durch reale Straßenmessungen (RDE, Real Driving Emissions) ergänzt. Auf dem Prüfstand werden realitätsnähere Testzyklen gefahren, der veraltete "Neue Europäische Fahrzyklus" (NEFZ) wird durch den künftigen Weltzyklus WLTC (in der Version 5.3) ersetzt. Zusätzlich wurden die Schadstoffgrenzwerte verschärft, für eine sehr gute Bewertung muss ein Auto nicht nur die Grenzwerte erfüllen, sondern spürbar unterschreiten. Die klassenabhängige CO2-Bewertung wurde abgeschafft, um alle Fahrzeuge im Test uneingeschränkt vergleichbar zu machen. Zusätzlich werden nun auch die durchschnittlichen Schadstoffemissionswerte angegeben.

Quelle: ADAC

Grundsätzlich bewertete der ADAC im Dezember 2016 sämtliche bislang überprüften Renault-Modelle als "auffällig", weil sie mit ihrem einfachen NOx-Speicherkat zu viel Stickstoff in die Luft pusten. Auch Fahrzeuge von Kia/Hyundai und Ford schneiden "durchgehend schlecht ab". Laut ADAC sei letztendlich aber nicht nur das Abgasnachbehandlungssystem dafür verantwortlich, wie sauber ein Fahrzeug ist. Das zeigten zwei Beispiele: Der BMW 118d ist mit einem einfachen NOx-Speicherkat ausgestattet und überzeugte dennoch mit einem geringen NOx-Ausstoß. Anders verhalte es sich beim Peugeot 208 BlueHDi 100: Als einer von wenigen Kleinwagen besitzt der 208 ein teureres SCR-System, das mittels zusätzlicher Harnstofflösung für saubere Abgase sorgen soll. Die Reinigung funktioniere zwar im Zulassungszyklus, erläutert der ADAC – fahre man den verschärften WLTC, steige der NOx-Ausstoß aber auf über 230 mg/km.

Auch ein Benziner unter den NOx-Sündern

Erstmals ist auch ein Benziner unter den NOx-Sündern: Der Opel Corsa 1.0 DI überschritt im ADAC-EcoTest mit 160 mg/km sogar den Diesel-Grenzwert um das Zweifache. Der Benziner-Grenzwert von 60 mg/km wird um mehr als das 2,5-Fache überschritten.

Gesamtranking: E-Klasse und Ignis sind sauber

 

Im Gesamtranking der saubersten Autos landet nur ein einziger der 38 getesteten Diesel unter den Top Ten: der Mercedes E220 d 9G-Tronic (Platz 9), der BMW 118d Urban Line Steptronic landete auf Platz 11. Sauberster Benziner ist bislag der Suzuki Ignis 1.2 SHVS auf Platz 8. Das laut ADAC sauberste Auto ist der Stromer BMW i3, der sowohl beim Schadstoffausstoß als auch bei der CO2-Emission die volle Punktzahl erhielt. Für ein reines Elektroauto ist das im ADAC EcoTest 2017 keine Selbstverständlichkeit, wie das Abschneiden des ebenfalls geprüften Tesla zeigt: Der Tesla Model S P90D landete auf Platz sechs, mit Abzügen in der CO2-Wertung – also wegen seines vergleichsweise höheren Energiebedarfs.  

ADAC "EcoTest" 2017: Gewinner und Verlierer

Der ADAC hat seit Bekanntwerden des VW-Abgasskandals 77 Autos (Diesel, Benziner und alternativ angetriebene Modelle) unter verschärften Kriterien seinem "EcoTest" unterzogen. Die Messergebnisse wurden nun ausgewertet – sowohl beim Verbrauch als auch bei den Schadstoffemissionen konnte jedes Auto bis zu 50 Punkte erreichen, insgesamt also maximal 100. Nur 14 der 77 Fahrzeuge sind laut ADAC umwelttechnisch empfehlenswert. Hier sind sie – und die 14 größten Dreckschleudern!

Verbrauch und Abgaswerte: Messverfahren im Vergleich — 05.11.2015 in Auto-Bild

Verbrauchslüge ade?

Nach NEFZ kommt WLTP: Wie realistisch sind die Fahrzyklen, mit denen Verbrauch und Abgaswerte von Neuwagen gemessen werden?

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Gabriel-Tech GmbH 2006 - 2017